Sind „Virtualities“ unehrenhaft?

Sogenannte „Virtualities“, Social-Networks-Benutzer, die keiner real existierende lebende Person entsprechen, sondern lediglich eine solche darstellen, werden eingesetzt um Leben und „die richtigen“ Meinungen im Internet zu verbreiten. Dies begann damit, dass vor Jahren die großen Markenartikler für Leben auf ihren eigenen Internetforen sorgen und diesen Starthilfe geben wollten. Einmal auf den Geschmack gekommen blieben die Markenmanager und ihre Agenturen bei ihren virtuellen Identitäten, diese kommentierten auch mal fremde Blog- und Foreneinträge und so entstand in manchen Agenturen ein Heer von Menschen, die nichts anders machen als unter fremden Namen Meinungen zu verbreiten. Und dafür werden sie bezahlt.

Pfui Teufel – meinen Sie – und halten das für höchst verwerflich?

Was aber ist mit den Filmchen, bei denen z.B. eine vermeintliche Hausfrau und Mutter im Supermarkt oder auf dem Parkplatz angesprochen wird und ganz locker erzählt, wie toll sie eine Süßigkeit oder ein Waschmittel findet. Fänden Sie es auch verwerflich, wenn Sie erfuhren, dass es sich dabei um eine bezahlte Schauspielerin handelt und Produktion und Verbreitung von der Industrie bezahlt werden? Selbstverständlich ist das so – und es wird auch nirgends eingeblendet: Achtung dies ist KEINE persönliche Meinung eines ganz normalen Verbrauchers, sondern eine BEZAHLTE WERBUNG.

Aus Sicht der Industrie und der Agenturen ist es kein wesentlicher Unterschied ob man einen Werbespot bezahlt und aussendet um damit eine bestimmte Meinung zu verbreiten, oder ob man dies erreicht, indem man Beiträge in Foren und bei facebook schreiben lässt.

Autor: Ralph Lindner

Hier blogge ich zu Themen wie Internet, Technik, Lernen, Städteplanung oder Mobilität.

Ein Gedanke zu „Sind „Virtualities“ unehrenhaft?“

  1. Bei einem Werbefilm weiss aber jeder, dass es ssich um Werbung handelt, bei den Besuchermeinungen in Facebook oder bei Google Places aber nicht!

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