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Jun 05

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Vodafone lässt´s krachen – „Preisanpassung“ ohne Zustimmung

Über meine katastrophalen Erfahrungen mit TELEKOM habe ich ja an anderer Stelle in diesem Blog bereits berichtet. Da auch mein früherer DSL-Anbieter vodafone wenig zur Lösung der Probleme beitrug hatte ich mich entschlossen auch diesem Anbieter den Rücken zu kehren und zum einzigen Anbieter zu wechseln, der im Problemfall auch tatsächlich vor Ort persönlich erreichbar ist.

Doch die Pest und vodafone wird man nicht so leicht wieder los. Und damit meine ich nicht die automatische Vertragsverlängerung von 12 Monaten, die mittlerweile alle Anbieter ausschöpfen um Ihre unzufriedenen Kunden so lange wie möglich zu halten. Damit meine ich die Frechheit dem ehemaligen Kunden für den ausgehenden Rufnummerntransfer Gebühren zu berechnen. Diese Unsitte kam irgendwann (soweit ich mich erinnern kann vor ca. 15 Jahren) bei den Mobilfunkanbietern auf. Mittlerweile haben auch  Festnetzanbieter diese Einnahmequelle entdeckt und berechnen Kunden 29,- € für die Weitergabe der Rufnummern an den folgenden Anbieter. Gerne würde man auch mehr abkassieren, doch ein Gericht  hat anscheinend diesen Betrag in einem relevanten Urteil als Obergrenze festgesetzt. Dass die Berechnung einer „Leistung“ einen Maximalbetrag nicht überschreiten darf nehmen unseriöse Telekommunikationsanbieter zum Anlass diesen Maximalbetrag als „vom Gesetzgeber genehmigt“ zu titulieren. So wurde  zumindest der Call Center Agent von Vodafone gebrieft, mit dem ich das Vergnügen hatte. (Der junge Mann war übrigen sehr nett, er hatte nur leider keine Ahnung und offensichtlich nichts zu melden, er darf sich nur mit genervten Kunden rumärgern und muss sich auch noch für die Fehlleistungen seiner Chefs bei den Kunden entschuldigen.)

Doch nun endlich zur Sache:

Vodafone berechnet mir – nachdem ich zu einem anderen Anbieter gewechselt bin 29,08 € für die Mitnahme meiner MSN zu einem anderen Netzbetreiber. Doch diese Leistung findet sich überhaupt nicht in der Preisliste die seinerzeit – als ich 2005 bei ARCOR Kunde wurde – Vertragsgrundlage war. Erst 2006 wurde eine Gebühr für die Mitnahme der MSN eingeführt, die allerdings deutlich unter der jetzt berechneten Gebühr lag.

Doch der Witz ist das Schreiben, das ich heute von vodafone erhalten habe. Darin heißt es: „Wir können bestätigen, dass eine Preisanpassung einiger Service-Entgelte im Festnetzbereich durchgeführt wurde. (…) Hierfür ist eine Unterschrift Ihrerseits nicht erforderlich, da Sie den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) als Grundlage unserer vertraglichen Vereinbarungen bei Vertragsabschluss zugestimmt haben.“

Eine interessante Rechtsauffassung. Mag ja sein, dass eine Unterschrift nicht nötig ist, wohl aber meine Zustimmung. Wäre auch diese nicht nötig, würde das nicht mehr und nicht weniger bedeuten, als das ein Anbieter seine Preise und Leistungen einseitig ändern kann wie er will, ohne dass eine Zustimmung des Kunden hierfür erforderlich ist und ohne dass sich hieraus ein Sonderkündigungsrecht für den Kunden ergibt.

Wäre das so, würde es so ziemlich allem was ich über Vertragsrecht gelernt habe entgegen stehen und eigentlich die Definition jeglicher  Leistung, Gebühren und Pflichten in Verträgen ad absurdum führen – denn diese könnten ja sowieso von einer Seite jederzeit für die andere Seite rechtswirksam geändert werden.

Ich habe folglich der Rechnung heute widersprochen und vodafone aufgefordert ggf. gleich den Klageweg zu beschreiten in jedem Fall aber von der Übersendung von Zahlungserinnerungen und Mahnungen abzusehen.

Zu gegebener Zeit werde ich an dieser Stelle gerne die weitere „Entwicklung“ dokumentieren.

Über den Autor

Ralph Lindner

Ich bin Webmaster dieser Webseite und über Google-Plus oder Facebook zu erreichen. Anschrift, Telefon, E-Mail und Skype - siehe Impressum.

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2 Kommentare

1 Ping

  1. Horst Loy

    Lieber Ralph,
    auch ich kann ein Lied über Vodafone singen.
    Ich könnte seitenweise schreiben, mit welcher Arroganz und Ignoranz den Kunden begegnet wird. Wer es genau wissen will darf mich gerne zu einem längeren Abendessen einladen und muss für mich Beruhigungstabletten mitbringen. Ankündigungen Schadenersatz geltend zu machen wird glatt entgegenet: „Das kennen wir schon – versuchen Sie doch mal den Schaden zu beziffern. Ihre Mitarbeiter können ja ohne Internet aus ´was anderes machen“….. Sehenden Auges wird der Kunde vera…..!
    Unser neuer Anbieter M-Net – auch dort gibt es mal ein Leitungsproblem – Ein Anruf – Wir klären das – Rückruf: „Wir haben dort und dort ein technisches Problem, ein Mitarbeiter fährt gerade los, um den Defekt zu beheben. Nach 90 Minuten ein Anruf: „Ihre DSL-Leitung steht wieder“…..
    Es geht doch!

    Horst Loy

    1. Ralph Lindner

      Lieber Horst,
      Deine Erfahrung kann ich nur voll und ganz bestätigen. Mit meinem Bemühen von der Telekom Schadensersatz dafür zu erhalten, dass ich aufgrund deren Fehler monatelang ohne Internet und Telefon war ging es mir genauso. Ich hätte anhand meiner Gewinnermittlung einen entgangenen Gewinn nachweisen müssen – aber natürlich versucht man als Unternehmer ALLES und jeden Workaround um Schaden zu vermeiden und Kunden die man in dieser Zeit nicht bekommen hat, kann man schlecht nachweisen. Selbst schuld und schön für die Verursacher des Schadens.
      Auch ich bin jetzt bei M-Net, denn das ist der einzige Anbieter, bei dem man im Notfall tatsächlich leibhaftige Menschen vor Ort antreffen kann. Das ist uns wichtiger als 1,99 € monatlich weniger zu bezahlen.
      Viele Grüße
      Ralph

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