Für wen werden Radwege gebaut?

Weshalb gibt es eine Radwege-Benutzungspflicht und wer hat sie eigentlich eingeführt?

Jeder Radfahrer kennt das Ärgernis schlechter Radwege. Die meisten Radfahrer regen sich darüber auf. Autofahrer empfinden es als Großzügigkeit, dass man für Radfahrer einen eigenen Radweg gebaut hat. Sie erwarten, dass Radfahrer diesen auch nutzen. Egal in welchem Zustand er ist. Egal ob er dorthin führt, wo der Radfahrer hin möchte. Radfahrer auf der Fahrbahn werden von vielen Autofahrern geschnitten und genötigt. Ihre Gefährdung wird von Autofahrern oft in Kauf genommen, um diese auf den Radweg zu verweisen.

Doch weshalb wurde die Radwegebenutzungspflicht eingeführt? „Für wen werden Radwege gebaut?“ weiterlesen

Die Stadt Nürnberg sorgt für sichere Radwege!

So sieht es aus, wenn die Stadt Nürnberg für Sicherheit sorgt – vielen Dank auch!

Endlich mal ein positives Beispiel – nach all der Nörgelei! Wie dieses Foto beweist, sorgt die Stadt Nürnberg sehr wohl für die Sicherheit auf Radwegen. Dieser neu gebaute Radweg ist zwar noch nicht eröffnet, aber wie zu sehen ist, müssen sich Radfahrer keine Sorgen machen. Wenn sie gegen den Betonpfosten gefahren sind, der mitten auf dem Radweg steht, dann wird ihnen (bestimmt) schnell geholfen werden, denn – wie das Schild mitteilt – für unsere Sicherheit wird viel getan – dieser Bereich wird videoüberwacht. Dafür ein recht herzlichen Dank verbunden mit einem Stinkefingergruß an die verantwortlichen Mitarbeiter der Nürnberger Behörde.

Ach ja – um diesen tollen neuen Radweg in dieser Top-Qualität herzustellen werden übrigens 350.000 € aus dem Radwegeetat der Stadt Nürnberg „abgeschöpft“, wie in Nordbayern.de zu lesen war. Dort heißt es: „Beim Bahnhofsvorplatz sieht Daume jedoch klare „Verbesserungen der Radwegeführung“, Ulrich spricht sogar von einem „riesigen Nutzen“, selbst wenn der Anteil der Radwege bei den Umgestaltungsarbeiten eher gering sein.“

P.S. Es gibt ja Leute, die mich für einen Zyniker halten – aber ich bin wohl ein dilettantischer Amateur in Sachen Zynismus – verglichen mit den Profis in Nürnbergs Verwaltung.

Ergebnisse des Fahrradklima-Test für Nürnberg

Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2016 wurden veröffentlicht. Mehr als 120.000 Bundesbürgerinnen und -bürger haben 539 Städte und Gemeinden im Herbst 2016 bewertet. Die Umfrageteilnehmer haben 27 Fragen beantwortet und jeweils eine Wertung nach dem Schulnotensystem vorgenommen. So wurde ermittelt ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob beispielsweise Radwege vor Falschparkern frei gehalten werden und ob sie sich auf dem Fahrrad sicher fühlen.

Wir haben uns die Ergebnisse angesehen und dabei besonderes Augenmerk auf die Bewertung unserer Heimatstadt Nürnberg gelegt.

Der Nürnberger im Allgemeinen und unsere Verkehrsplaner im Besonderen sind ja bekannt für ihre Anstrengungen die sich mit „geht scho“ und „passt scho“ zusammen fassen lassen.

„Ergebnisse des Fahrradklima-Test für Nürnberg“ weiterlesen

Radfahrerin in Nürnberg von LKW überfahren

Ein weiteres Opfer hat die mangelhafte Verkehrsinfrastruktur in Nürnberg gefordert. Sichere Verkehrswege für Radfahrer gibt es in der fränkischen Metropole nur, wenn dies den Autoverkehr nicht einschränkt und nicht so viel kostet.

Heute morgen kostete diese Grundlage hiesiger Verkehrsinfrastruktur und das Verhalten eines LKW-Fahrers ein Menschenleben.

„Radfahrerin in Nürnberg von LKW überfahren“ weiterlesen

Blut statt Farbe

Rote Farbe für Radwege ist Nürnberg zu teuer

Täglich kommt es zu schweren Verletzungen von Radfahrern, weil sie von Autofahrern übersehen werden. Gerade abbiegende Autofahrer übersehen häufig Radfahrer – auch (oder gerade) wenn diese auf Radwegen fahren. Wegen dieser Gefahr dürfen z. B. Gegenrichtungsradwege innerhalb geschlossener Ortschaften nicht verpflichtend angeordnet werden – auf keinen Fall jedoch, wenn sie von vielen Kreuzungen unterbrochen werden.
Es gibt also Regelungen und Gesetze, die teilweise gar nicht so schlecht sind. Nur halten auch Städte und Gemeinden sich nicht in jedem Fall – die Stadt Nürnberg ganz sicher nicht immer – an geltendes Recht. Gerade in Bayern sind die rechtlichen Möglichkeit für Bürger gegen verkehrsrechtswidriges Handeln der Verwaltung vorzugehen stark eingeschränkt.

Hier in Nürnberg gibt es Radwege in katastrophalem Zustand. Sie beginnen irgendwo und enden plötzlich. Abbiegen für Radfahrer ist üblicherweise nicht vorgesehen und die Radwege führen mitunter entgegen der Fahrtrichtung, wo sie ca. alle 50m von ab- und einbiegenden Autos gequert werden. Eine untragbare Situation die zu einer erheblichen Gefährdung der Bürger führt, die mit dem Rad in der fränkischen Metropole unterwegs sind.

Was müssten die Städte tun?

Natürlich die Prioritäten bei der Verkehrswegeplanung anders setzen. Wenn erreicht werden soll, dass ein erheblicher Anteil des Verkehrs vom Auto auf das Rad verlagert wird, muss man die Bevorzugung der Verkehrsmittel umkehren. Wenn Radmobilität weiterhin als Begleiterscheinung auf Straßen die für Autos gebaut werden angesehen wird – dann wird es nichts mit dem massenhaften Umstieg aufs Rad.

Ist das teuer

Wie immer kommt es drauf an, was „man“ will und was es „einem“ wert ist. Will „man“ aber etwas nicht – ist jeder Euro einer zu viel.

Was will Nürnbergs Stadtrat heute?

In Nürnberg will man offensichtlich möglichst wenig Geld für irgendwelche Radfahrer und deren Infrastruktur ausgeben. Sich als modern und fahrradfreundlich darstellen (so lange es nichts kostet) – JA! Ein Verkehrskonzept das Radfahrer gleichberechtigt einbezieht und dafür Autoprivilegien abschafft – NEIN! Fahrradstraßen – NEIN! Radwege gemäß der Verwaltungsanordnung gestalten und dementsprechend umbauen – NEIN! Die bestehenden und oft sehr gefährlichen Radwege wenigstens rot anstreichen, damit Autofahrer und Fußgänger sie zumindest als Radwege erkennen – NEIN!
Die C.S.U gilt in Nürnberg als autofahrerfreundlich und wenig geneigt etwas für fahrradfahrerende Bürger zu tun – falls es Geld oder Parkplätze kostet. Der SPD gebührt die Rolle der Unschuld, die ja gerne würde – wenn man sie denn nur ließe.

Aber stimmt das – oder ist das einfach nur Nürnberger Stadtratstheater in seiner tausendsten Wiederholung?

Blut statt Farbe

Rote Farbe ist Nürnberg zu teuer. Das Blut der Radfahrer, das in den nächsten Jahren auf Nürnbergs Straßen fließen wird, ist uns weniger Wert als die rote Farbe kostet. Vielleicht sollte SÖR es zukünftig nicht mehr aufwischen, sondern verteilen – ist schließlich auch rot und kostet nichts – nur manchem Rad fahrenden Bürger das Leben.

Ihr Nürnberger Stadträte: Das Blut verletzter Radfahrer in Nürnberg klebt auch an euren Händen! Denkt daran, wenn ihr demnächst in der Zeitung mal wieder von einem überfahrenen Radfahrer lest.


siehe auch