„Schilda“-Maler Ulrich…

Nürnbergs Baureferent Ulrich scheint in seiner Rolle als Spaßvogel aufzugehen. Neulich amüsierte ich mich an dieser Stelle über seine Leistung eine Radwegeunterbrechung in „Shared Space“ umzubenennen.

Legal, Illegal, Scheißegal – so kreativ interpretiert die Verwaltung in Nürnberg die StVO.

Heute lese ich im Nürnberger Stadtanzeiger, dass er sich nun als „Schilda“-Maler betätigt hat und Schilder auf dem Asphalt malen lässt, die es gar nicht gibt. Mag ja sein, dass andernorts in Deutschland die StVO gilt. Hier in Nürnberg anscheinend nicht. Da werden jetzt Schilder auf die Straße gemalt, die auf große Kreativität und geringe Sachkenntnis schließen lassen. Es sind nämlich keine Verkehrszeichen und sie haben somit auch keinerlei rechtliche Auswirkung. Dumm nur, wenn sich ein Verkehrsteilnehmer daran orientiert und es deshalb zu einem Unfall kommt. Denn dann könnten solche Pflastermalereien für die Stadt Nürnberg teuer werden. Aber was soll´s, das zahlt ja der „Schilda“-Maler nicht aus seiner eigenen Tasche.

Herr Ulrich, falls Sie mal wieder pflastermalen wollen, wir haben hier eine Privatstraße auf der sie mit unseren Kindern malen können ohne dadurch den Verkehr zu gefährden.

It´s not a bug, it´s a feature!

Foto des auf 15m unterbrochenen 2017 neu gebauten Radweges am Nürnberger Hauptbahnhof.
Andere mögen dies „Unterbrechung eines Radwegs“ nennen, Nürnbergs Baureferent Ulrich nennt das „Shared Space“.

Ja die Radfahrer. Denen kann man es nicht Recht machen. Baut man ihnen Radwege, meckern sie rum, die wären zu schmal oder zu holprig oder sie haben einen Anfang und ein Ende. Baut man keine, ist es auch nicht Recht.

Doch zum Glück gibt es Fachleute, die den Radfahrern erklären können, dass alles so wie es ist seine Richtigkeit hat. Es liegt nur an den Radfahrern, dass sie nicht sicher und schnell voran kommen. Und dass nur sehr hartgesottene Zeitgenossen den Umstieg auf das Rad als Verkehrsmittel wagen – dafür kann ja niemand was, vor allem nicht die Planer, die haben schließlich immer alles richtig gemacht.

Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass es nicht die Unfähigkeit der Verantwortlichen ist, die mir als Radfahrer das Leben so schwer macht. Nein, sie wissen was sie tun! Nürnbergs Baureferent Ulrich z. B. der fühlt sich missverstanden, schließlich sei er wohl dafür verantwortlich, dass der neu gebaute Radweg an der Hauptverkehrsachse Nürnbergs schlechthin, direkt vor dem Hauptbahnhof, für einige Meter unterbrochen wird.

Die undankbaren Radfahrer, die dort entlang brettern verstehen die gute Absicht nicht, die zur Unterbrechung des Radweges geführt hat. Nein, es handelt es sich keinesfalls um eine Fehlplanung und eine plötzliche Unterbrechung mit Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern, es ist Absicht. Und weil Absicht langweilig klingt und ihm das keiner glauben würde, hat Herr Ulrich vermutlich Verkehrsplanerseiten besucht und dort den schönen Begriff „Shared Space“ gefunden. „Shared Space“ ist ein interessantes Konzept zur Entschleunigung von Verkehrsflächen dadurch, dass man diesen Raum für alle gemeinsam nutzbar macht. Interessante Lektüretipps für Hr. Ulrich, vor allem aber diejenigen, die sich für Verkehrsplanung interessieren:

Mit einer 15 m breiten Unterbrechung eines innerstädtischen Radweges an einem Kreuzungsbereich hat „Shared Space“ ungefähr so viel zu tun wie eine rote Ampel mit dem Rotlichtviertel.

Ich frage: Warum ist das den Frankenschnellwegsausbaukritikern nicht eingefallen? Die Kreuzungen am Frankenschnellweg sollten als eine innovative Shared Space Maßnahme betrachtet werden. Vielleicht ließen sich noch ein paar Bänke und Pfosten auf der Straße anbringen, um das Gesamterscheinungsbild zu verbessern? 40 Tonner, Radfahrer und Fußgänger teilen sich an einer mit Parkbänken dekorierten, zum verweilen einladenden, unterbrochenen Autobahn die Fläche und pflegen statische Mobilität in gemeinsamer Harmonie! Schade nur, dass man dann nicht so viel Geld verbraten könnte, wie mit dem anstehenden Umbau. Wohin nur mit den gesparten Millionen? Vielleicht ließen sich ein paar Hunderttausend EUR in einer Studie versenken, die ermittelt, welche positiven Auswirkungen dieser Shared-Space-Frankenschnellweg auf Anwohner wie Fern- und Nahverkehr hat?

Hätten wir in Nürnberg einen Verbalsadismuspreis zu vergeben: Ich würde in jedem Fall Baureferent Ulrich nominieren!

 

siehe auch:

Die Stadt Nürnberg sorgt für sichere Radwege!

So sieht es aus, wenn die Stadt Nürnberg für Sicherheit sorgt – vielen Dank auch!

Endlich mal ein positives Beispiel – nach all der Nörgelei! Wie dieses Foto beweist, sorgt die Stadt Nürnberg sehr wohl für die Sicherheit auf Radwegen. Dieser neu gebaute Radweg ist zwar noch nicht eröffnet, aber wie zu sehen ist, müssen sich Radfahrer keine Sorgen machen. Wenn sie gegen den Betonpfosten gefahren sind, der mitten auf dem Radweg steht, dann wird ihnen (bestimmt) schnell geholfen werden, denn – wie das Schild mitteilt – für unsere Sicherheit wird viel getan – dieser Bereich wird videoüberwacht. Dafür ein recht herzlichen Dank verbunden mit einem Stinkefingergruß an die verantwortlichen Mitarbeiter der Nürnberger Behörde.

Ach ja – um diesen tollen neuen Radweg in dieser Top-Qualität herzustellen werden übrigens 350.000 € aus dem Radwegeetat der Stadt Nürnberg „abgeschöpft“, wie in Nordbayern.de zu lesen war. Dort heißt es: „Beim Bahnhofsvorplatz sieht Daume jedoch klare „Verbesserungen der Radwegeführung“, Ulrich spricht sogar von einem „riesigen Nutzen“, selbst wenn der Anteil der Radwege bei den Umgestaltungsarbeiten eher gering sein.“

P.S. Es gibt ja Leute, die mich für einen Zyniker halten – aber ich bin wohl ein dilettantischer Amateur in Sachen Zynismus – verglichen mit den Profis in Nürnbergs Verwaltung.

Ergebnisse des Fahrradklima-Test für Nürnberg

Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2016 wurden veröffentlicht. Mehr als 120.000 Bundesbürgerinnen und -bürger haben 539 Städte und Gemeinden im Herbst 2016 bewertet. Die Umfrageteilnehmer haben 27 Fragen beantwortet und jeweils eine Wertung nach dem Schulnotensystem vorgenommen. So wurde ermittelt ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob beispielsweise Radwege vor Falschparkern frei gehalten werden und ob sie sich auf dem Fahrrad sicher fühlen.

Wir haben uns die Ergebnisse angesehen und dabei besonderes Augenmerk auf die Bewertung unserer Heimatstadt Nürnberg gelegt.

Der Nürnberger im Allgemeinen und unsere Verkehrsplaner im Besonderen sind ja bekannt für ihre Anstrengungen die sich mit „geht scho“ und „passt scho“ zusammen fassen lassen.

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Radfahrerin in Nürnberg von LKW überfahren

Ein weiteres Opfer hat die mangelhafte Verkehrsinfrastruktur in Nürnberg gefordert. Sichere Verkehrswege für Radfahrer gibt es in der fränkischen Metropole nur, wenn dies den Autoverkehr nicht einschränkt und nicht so viel kostet.

Heute morgen kostete diese Grundlage hiesiger Verkehrsinfrastruktur und das Verhalten eines LKW-Fahrers ein Menschenleben.

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