Bayern Digital – nur mit Flash Player

IT-Verantwortlichen ist Adobes Flash-Player seit Jahren ein Greuel. Kaum wurden die einen Sicherheitslücken durch Updates geschlossen, kündigen sich neue an. Das Lieblingskind der Webdesigner der 90er Jahre ist nicht nur in die Jahre gekommen, es hat sich eindeutig überholt und ist aufgrund neuerer Webtechniken auch nicht mehr nötig und sinnvoll.

Deshalb freuten wir uns, als Adobe nicht nur das Ende der Flash-Player Updates ankündigte, sondern auch mitteilte, dass sich dieser Ende des Jahres 2020 selbst entfernen wird. Denn nur mit dem Verschwinden all der Flash-Installationen wird verhindert, dass nach dem Ende des Updatezeitraums bekannt werdende Sicherheitslücken ausgenutzt werden können.

Also alles gut?

Fast, denn die Erkenntnis, dass Flash nicht mehr nicht nötig, sondern bald auch nicht mehr vorhanden sein wird, hat sich offensichtlich nicht bis zu den IT-Verantwortlichen des Bayerischen Kultusministeriums herumgesprochen.

Heute teilte dieses stolz mit, dass das Druckwerk des Ministeriums, das Schüler und Eltern seit Generationen begleitet, nun DIGITAL verfügbar ist. Eigentlich ja eine gute Idee. Dass man den Schritt zu „digital“ nur halbherzig geht und uns PDF-Dateien zum Download anbietet, daran hat man sich ja auch im Unternehmensumfeld gewöhnt. Irgendwie entspricht so eine Datei zum herunterladen ja auch mehr unserem Jäger- und Sammlerwesen, als das Lesen eines Onlineartikels in einem Blog.

Aber selbst diese niedere Stufe der Digitalisierung hat das Kultusministerium leider noch nicht erreicht.

Digitalisierung in Bayerns Kultusministerium im Jahr 2020 – bitte mit Adobe Flash Player!

Beim Aufruf der Seite des Ministeriums schlägt man uns im Juli 2020, also 5 Monate vor dem definitiven Ende von Adobe Flash ernsthaft vor den Flash Player zu installieren.

Muss man mehr wissen, zur Digitalisierungskompetenz Bayerischer Ministerien?

siehe https://www.heise.de/newsticker/meldung/Adobe-verabschiedet-sich-von-Flash-2020-ist-Schluss-3783264.html

Ode an eine Unbekannte

Ich kenne dich nicht.
Ich sah dich nur von hinten.
Du fuhrst kurz vor mir an der Ampel an, als diese auf grün umschaltete.
Du bist kleiner.
Du bist jünger.
Dein Rad ist alt:
Sachs Torpedo 3 Gänge.
Ich hab 8.
Ich bin groß.
Ich bin älter.
Ich bin Mann.
Du bist schnell.
So schnell wie ich.
Nur cooler auf deinem alten Rad.

Behördenwegweiser Nürnberg

Merkhilfe für Mitarbeiter:

Zuständigkeit bedeutet nicht Verantwortlichkeit:
„Mag sein, dass ich das so veranlasst habe, es wurde aber anderswo entschieden. Ich bin nicht dafür verantwortlich!“

Verantwortlichkeit bedeutet nicht Zuständigkeit:
„Mag sein, dass ich für die Veranlassung zuständig war, wegen der Umsetzung, wenden Sie sich aber an den zuständigen Mitarbeiter.“

Am Besten, man ist weder zuständig noch verantwortlich:
„Das wurde anderswo entschieden und ich war nicht an der Umsetzung beteiligt. Ich bin der falsche Ansprechpartner!“

Und wenn mal wieder ganz offensichtlich alle erklärten Ziele zur Förderung des Radverkehrs nicht erreicht wurden, dann bedeutet das noch lange nicht, dass die Maßnahme nicht erfolgreich war! Wichtig ist nur jetzt mit Mitteln aus dem Stadtsäckel einen befreundeten Gutachter zu beauftragen, damit dieser eine Evaluierung durchführt und anschließend überzeugend vermittelt, dass das Nichterreichen definierter Ziele auch ein großer Erfolg gewesen sein kann aber zumindest mit Sicherheit ein großer Schritt in die richtige Richtung. Das kann man sich schon mal was kosten lassen…

Der Fisch stinkt vom Kopf her

Wenn Ziele zwar erklärt aber nicht zielführend umgesetzt werden, kann dies daran liegen, dass die Leitung für die MitarbeiterInnen nicht den Rahmen bereit stellt und stabil hält, der es ihnen ermöglicht, ihre Aufgaben im Gesamtinteresse zu erfüllen. Tut die Leitung das nicht gut genug, verfehlt die gesamte Organisation ihr Ziel.

Wenn die Leitung Zielvorgaben erklärt, die sich gegenseitig ausschließen, dann können diese nicht erfolgreich und zielführend umgesetzt werden.

Wer Ähnlichkeiten zu Nürnberger Zuständen, Radverkehrsanlagen und den Behördenvertretern beim „Runden Tisch Radverkehr“ entdeckt, darf sie behalten.

 

4 Wochen sind kein Monat…

… offensichtlich ist diese Banalität vielen Menschen nicht bewusst, anders wäre die jetzt auch von Tchibo Mobil kopierte Idee der Mobilfunkanbieter kaum zu erklären.

Erstmal fiel mir das bei ALDI auf, da kostet der Mobilfunktarif nur 9,99 € pro 4 Wochen. Clever, dachte ich mir 52 Wochen durch 4 ergibt 13 – also „4 Wochen sind kein Monat…“ weiterlesen