Wer einmal lügt…

In der Septemberausgabe der „Wirtschaft in Mittelfranken“ (WiM ) wirbt der nordbayerische VW-Partner, die Feser-Graf-Gruppe für ein e-Golf Leasingfahrzeug mit der Überschrift: „e-Golf 85 kW (115) PS 6-Gang-Automatik“ (siehe WiM Ausgabe 2016-09, Seite 2).

Als Elektrofahrzeug-Interessierter wunderte ich mich über diese Aussagen. Ist es nicht gerade ein Vorteil der E-Fahrzeuge, dass man kein aufwändiges Getriebe mit seinen Reibungsverlusten benötigt? TESLA schafft es immerhin den weltschnellsten Serienwagen mit nur „einem“ Gang auszuliefern. Und die Angabe „85 kW“ – sind es nicht eher Akkuleistung und mögliche Reichweite, die den Elektroautokäufer interessieren?

Fragen über Fragen…

…also wandte ich mich mit meiner Frage direkt an Volkswagen. Nach nur ca. 4 Wochen erhielt ich eine ziemlich konspirative Antwort:

„Die Informationen zum neuen e-Golf sind daher streng geheim. Zum aktuellen Zeitpunkt sind wir daher noch nicht so weit, Ihnen genaue Auskuenfte ueber die Reichweite und weitere Daten mitzuteilen. … Sehr geehrter Herr Lindner, bitte haben Sie Verstaendnis dafuer, dass wir Ihnen aus den vorgenannten Gruenden noch nicht so antworten koennen, wie Sie es erwartet haben.“

(Anscheinend ist man bei Volkswagen auch noch nicht so weit, dass man mit Umlauten kommunizieren kann, UTF-8 ist dort wohl auch noch in Entwicklung 😉 )

Weiterhin räumt man ein, dass der aktuelle e-Golf ein 1-Gang-Getriebe hat – die Werbeaussage also offensichtlich falsch ist.

In einem Punkt muss ich Volkswagen widersprechen: Man verhält sich in diesem Unternehmen so, wie ich es erwartet habe.

Radfahren ist nicht gleich mit dem Rad fahren

  • Es gibt die einen, die am Wochenende ihr Fahrrad aufs Auto packen und an einen Ort transportieren wo es Ihnen Spaß macht, ein wenig auf ihrem Fahrrad zu fahren.
  • Und es gibt die „Intensivradler“, die täglich, bei jedem Wetter den Weg in die Arbeit, zum Kindertransport, zum Sport und zum Einkaufen mit ihrem Fahrrad zurück legen.
  • Und dann gibt es noch ganz viele Menschen irgendwo dazwischen.

Alle diese Gruppen teilen sich den schmalen Pfad neben oder auf der Straße mit fahrenden und parkenden Autos, Bussen und LKW oder einen kombinierten Rad-Gehweg mit Fußgängern, Kindern, Rollstuhlfahrern und falsch parkenden Autos. Fast noch unbeliebter als bornierte Autofahrer sind für „Intensivradler“ die Menschen, welche nur dann und nur dort mit dem Fahrrad unterwegs sind, wenn ihnen gerade danach ist und die Situation (Wetter, Temperatur, Freizeit) optimale Voraussetzungen bietet. Sie behindern nicht nur die Intensivradler zusätzlich, sondern sprechen ihnen oft auch ihr berechtigtes Bedürfnis nach Radwegen ab, die ihnen schnelle, sichere und direkte Verkehrsverbindungen bieten. Die Situation wird dadurch noch verschärft, dass dank Pedelec viele Freizeitradler (5-20km/h) nun auch mit Durchschnittsgeschwindigkeiten unterwegs sind, die bisher den Intensivradlern vorbehalten waren (20-35km/h). So stellen Radwegsperren, das plötzliche und unvorhersehbares Ende von Radwegen oder zu schmale und zu kurvige Radführungen für den Freizeit-Wochenendradler überhaupt kein Problem dar. Oft kann er gar nicht verstehen, was die „Kampfradler“ überhaupt für ein Problem damit haben, dass man zum Linksabbiegen absteigen und schieben muss oder zum Geradeaus fahren ständig in Abzweigungen ein- und wieder ausbiegen muss.

Intensivradler – die täglichen Radfahrer – fühlen sich vom ersten bis zum letzten Moment auf dem Fahrrad behindert. Behindert durch Autofahrer, deren parkende Autos, durch Busse, durch Fußgänger – und durch Freizeitradler, welche zusätzlich ihr Vorankommen behindern. Manche von ihnen bezeichnen sich selbst als „Kampfradler“, weil sie ständig gegen all diese Behinderungen ankämpfen müssen – nur wenigen gelingt es ohne Frust zu fahren und gelassen zu bleiben.

Eine Stadtplanung muss nicht nur Fahrradfahrer berücksichtigen, sondern auch die unterschiedlichen Bedürfnisse der unterschiedlichen Fahrradfahrer – auch und gerade von denen, welche ihr Fahrrad sehr intensiv benutzen. Denn nicht der Freizeitradler entlastet den Verkehr – der Intensivradler ist derjenige, welcher die Verkehrsprobleme der Städte lindert.

Es mag sein, dass es für die Städte Aufwand und Kosten bedeutet die Verkehrs-Infrastruktur so zu verändern, dass sich auch Intensivradler wohl fühlen. Aber jede Wette: Ein Intensivradler, der aus Frust auf das Auto umsteigt kommt die Stadt bedeutend teurer.

Für eine radbefahrbare S-Bahn-Unterführung in Eibach.

Fahren statt tragen!

Die Unterführung am S-Bahnhof Eibach ist auf der östlichen Seite nur mit einer Treppe – auf der westlichen Seite mit Treppe und Aufzug ausgestattet und unterbricht die Fahrt aller Bürger, die hier mit dem Rad unterwegs sind.

Die Nürnberger Südstadt, insbesondere die Stadtteile Werderau und Gibitzenhof sind durch den viel genutzten Fahrradübergang an der Schleuse Nürnberg an das Gebiet Maiach und Hafen angebunden. Doch eine Weiterfahrt nach Eibach und weiter südlich liegende Stadtteile ist für Radfahrer entweder mit einem steilen Anstieg und der „Auffahrt“ zur viel befahrenen Hafenstraße und anschließender Nutzung eines kombinierten Fuß-Radweges möglich oder durch Absteigen und Schieben durch die Unterführung am S-Bahnhof Eibach. „Für eine radbefahrbare S-Bahn-Unterführung in Eibach.“ weiterlesen

Muss was passieren…

…bevor etwas passiert?

Das darf nicht das Motto sein, nach dem Verkehrsplaner handeln! Auf dem Fahrrad erleben wir täglich Gefahrenstellen und bemühen uns zuständige Verkehrsplaner auf Missstände hinzuweisen. Doch diese Hinweise führen leider oft nicht zu Verbesserungen. Dass an einer Stelle noch nichts passiert ist, ist ein beliebtes „Muss was passieren…“ weiterlesen

Auf der Fahrradstraße durch Nürnberg Eibach

Um das Fahrrad als Verkehrsmittel für Pendler in Nürnberg attraktiver zu machen, soll bald ein „Radschnellverbindungsnetz“ die Hauptverbindungswege im Raum Nürnberg durchziehen, so Nürnbergs Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich (1).
Es wurden 7 Trassen für geplante Radschnellverbindungen vorgestellt. Die drei wichtigsten Trassen sollen die Nürnberger Innenstadt „Auf der Fahrradstraße durch Nürnberg Eibach“ weiterlesen