Manchmal ist es gut – wenn die Polizei nicht kommt

Wer in der Stadt auf das Rad als Verkehrsmittel setzt, braucht gute Nerven. Schlechte Verkehrsinfrastruktur und rücksichtslose Autofahrer machen einem das Leben schwer. Dazu kommt, dass viele Regeln Radfahrer unnötig behindern und Radfahrer gegenüber motorisierten Verkehrsteilnehmern benachteiligen. Deshalb liegen auch bei mir manchmal die Nerven blank, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin.

So auch heute auf meinem Nachhauseweg vom Büro. Ich fahre in Nürnbergs Humboldstraße, einer Einbahnstraße (vorschriftsmäßig) entgegen der Fahrtrichtung (für Radfahrer frei) an eine Stelle, am Fahrbahnrand mehrere Fahrzeuge in zweiter Reihe parken. Der Verkehr ist zäh fließend und die Autoschlange umfährt die Blockade am Fahrbahnrand – kommt mir also direkt entgegen. Nun bin ich nicht gerade klein und auf meinem Rad wohl kaum zu übersehen – doch der erste Autofahrer dachte wohl, ich als Radfahrer kann ja warten… Wollte ich aber nicht, schließlich ist die Vorfahrtssituation eindeutig und mir die Vorfahrt zu nehmen und dann schimpfend vor mir zu stehen und zu erwarten, dass ich auf den Fußweg ausweiche ist schon eine ziemliche Frechheit.

Kaum war der erste vorbei, steht schon der nächste vor mir auf meinem Weg und blockiert mir die Weiterfahrt. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon sehr gereizt, stehe am äußersten rechten Fahrbahnrand direkt neben dem Lieferwagen und maule den Fahrer an. Dieser reagiert aggressiv und an dieser Stelle hört der Spaß auf – er fährt (langsam) weiter. Um zu verhindern, dass er mir über den Fuß fährt halte ich mich an seinem Außenspiegel fest.

Nun war ich endgültig sauer, stelle mein Rad ab, mich vor sein Auto und rufe die Polizei.

…und warte….

…und warte…

Nach einer Stunde rufe ich nochmal an, doch die Polizei hat uns auf ihrer Liste – sie kommen nur noch nicht dazu.

Also warte ich weiter, lese dabei alle meine Blogs, News, Twitter und Nachrichtenseiten. Nach ca. 90 Minuten ist meine Wut und mein Ärger verraucht und ich frage mich langsam, was das eigentlich soll und ob es nicht ziemlich blöd von uns beiden war, uns so in die Sache hineinzusteigern.

Kaum habe ich das zu Ende gedacht, kommt der Autofahrer auf mich zu, im Unterschied zu vorher freundlich und fragt, ob wir nicht mit dem Warten aufhören sollen, wenn was an meinem Rad kaputt ist, übernimmt er das, wir könnten doch die Kontaktadressen tauschen und nach hause fahren.

Ja klar, ich stimme ihm zu, sag ihm, dass ich auch wirklich nicht die Absicht habe ihm irgendeinen Schaden bezahlen zu lassen, der nicht von ihm verursacht wurde und erkläre, dass ich echt sauer war, weil mir hier laufend die Vorfahrt genommen wird und er definitiv nicht hätte weiterfahren dürfen.

Er sagt, das war ein Fehler, er wäre spät dran und im Stress gewesen, hatte einen Termin und wusste gar nicht, dass in der Gegenrichtung Radfahrer frei ist. Alles kein Grund – aber menschlich und verständlich.

Wir haben unsere Kontaktdaten ausgetauscht, ich habe mir noch mein Fahrrad angesehen und wir haben uns freundlich mit Handschlag verabschiedet.

Ich bin kein hitziger Jungspund mehr, sondern Familienvater in den 50ern. Die heutige Erfahrung war lehrreich für mich. Es bringt nichts, sich wegen jedem Scheiß aufzuregen. Auch nicht über Autofahrer, die einem nerven. Klar ist so eine Situation Kacke und bei kritscher Betrachtung war es eine Verkehrsgefährdung durch den Autofahrer. Aber ich hätte mich auch nicht so hineinsteigern müssen. Klar habe ich ihn provoziert – doch wozu? Manchmal, da reagiert man über. Das macht man als Radfahrer – und das machen Autofahrer. Für Radfahrer ist Fehlverhalten (eigenes und fremdes) gefährlicher. Aber provozieren bringt nichts – außer Ärger und Frust – und graue Haare habe ich eh schon genug.

Also: Keep cool – nimm es mit einem Lächeln, wenn Dir mal wieder jemand blöd kommt. Egal ob Autofahrer – oder Radfahrer. Keep relaxed!

„Fridolin“ ausprobieren in Nürnberg Eibach

Fridolin - das Lastenrad zu Gast in Eibach
Vielleicht habt Ihr uns auch schon gesehen:
Fridolin, das kostenlose Lastenrad, ist momentan zu Gast bei uns in Eibach.
Und natürlich kann man sich ihn nach wie vor ausleihen, völlig kostenlos.

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Netto-Marken-Discount rüstet gesamte LKW Flotte mit Abbiegeassistenten aus

Logo von Netto Marken-Discount
Netto geht mit gutem Beispiel voran.

 

Netto Marken-Discount hat sich entschlossen, bis spätestens 2019 alle LKW seines Eigenfuhrparks mit einem Abbiegeassistenten auszustatten. Bereits seit 2017 wurden alle LKW-Neuanschaffungen mit diesem wichtigen Sicherheitssystem ausgerüstet. Der Lebensmittelhändler investiert mit der Umrüstung seiner LKW-Flotte – mit rund 500 LKW einem der größten LKW-Fuhrparks Deutschlands – nachhaltig in die Verkehrssicherheit. Ziel ist die Vorbeugung von Unfällen mit übersehenen Fußgängern und Radfahrern. „Wir wollen mit diesem wichtigen Schritt mit gutem Beispiel in der Verkehrssicherheit vorangehen und hoffen, dass uns viele andere Marktteilnehmer folgen werden“, so Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount. Mit der internen Selbstverpflichtung für seinen Eigenfuhrpark übernimmt der Lebensmittelhändler gesellschaftliche Verantwortung.

Eine gute Initiative von Netto. Ich hoffe ALDI, Lidl, Rewe, Edeka und andere werden sich nicht lumpen lassen und ebenfalls Abbiegeassistenten für die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern nachrüsten.

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/72216/3972215

(Ein) Lastenrad für Alle – bald überall in Nürnberg?

lastenradfüralle.de ist die Webseite des Bluepingo e.V. auf der man sich kostenlos ein Lastenrad ausleihen kann. Denn probieren macht schlau – und wer weiß schon, wie es sich anfühlt auf einem Lastenrad durch die Gegend zu fahren?
Ich wollte es genau wissen, und nachdem ich vor einiger Zeit schon mal Weiterlesen…

Wie lernen Kinder sicher Fahrrad fahren?

Immer mehr Schüler fallen durch die Prüfung zum „Fahrradführerschein“. Woran liegt´s?

Heute berichtete nordbayern.de davon, dass immer mehr Nürnberger Schüler durch die Radfahrprüfung fallen. Diese Prüfung zum sogenannten „Fahrradführerschein“ findet im 4. Schuljahr statt. Zwar hat diese Prüfung keinerlei juristische Bedeutung, aber Schulen, Elternbeiräte und Betreuungseinrichtungen empfehlen Eltern Weiterlesen…

„Schilda“-Maler Ulrich…

Nürnbergs Baureferent Ulrich scheint in seiner Rolle als Spaßvogel aufzugehen. Neulich amüsierte ich mich an dieser Stelle über seine Leistung eine Radwegeunterbrechung in „Shared Space“ umzubenennen.

Legal, Illegal, Scheißegal – so kreativ interpretiert die Verwaltung in Nürnberg die StVO.

Heute lese ich im Nürnberger Stadtanzeiger, dass er sich nun als „Schilda“-Maler betätigt hat und Schilder auf dem Asphalt malen lässt, die es gar nicht gibt. Mag ja sein, dass andernorts in Deutschland die StVO gilt. Hier in Nürnberg anscheinend nicht. Da werden jetzt Schilder auf die Straße gemalt, die auf große Kreativität und geringe Sachkenntnis schließen lassen. Es sind nämlich keine Verkehrszeichen und sie haben somit auch keinerlei rechtliche Auswirkung. Dumm nur, wenn sich ein Verkehrsteilnehmer daran orientiert und es deshalb zu einem Unfall kommt. Denn dann könnten solche Pflastermalereien für die Stadt Nürnberg teuer werden. Aber was soll´s, das zahlt ja der „Schilda“-Maler nicht aus seiner eigenen Tasche.

Herr Ulrich, falls Sie mal wieder pflastermalen wollen, wir haben hier eine Privatstraße auf der sie mit unseren Kindern malen können ohne dadurch den Verkehr zu gefährden.

It´s not a bug, it´s a feature!

Foto des auf 15m unterbrochenen 2017 neu gebauten Radweges am Nürnberger Hauptbahnhof.
Andere mögen dies „Unterbrechung eines Radwegs“ nennen, Nürnbergs Baureferent Ulrich nennt das „Shared Space“.

Ja die Radfahrer. Denen kann man es nicht Recht machen. Baut man ihnen Radwege, meckern sie rum, die wären zu schmal oder zu holprig oder sie haben einen Anfang und ein Ende. Baut man keine, ist es auch nicht Recht.

Doch zum Glück gibt es Fachleute, die den Radfahrern erklären können, dass alles so wie es ist seine Richtigkeit hat. Es liegt nur an den Radfahrern, dass sie nicht sicher und schnell voran kommen. Und dass nur sehr hartgesottene Zeitgenossen den Umstieg auf das Rad als Verkehrsmittel wagen – dafür kann ja niemand was, vor allem nicht die Planer, die haben schließlich immer alles richtig gemacht.

Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass es nicht die Unfähigkeit der Verantwortlichen ist, die mir Weiterlesen…

Für wen werden Radwege gebaut?

Weshalb gibt es eine Radwege-Benutzungspflicht und wer hat sie eigentlich eingeführt?

Jeder Radfahrer kennt das Ärgernis schlechter Radwege. Die meisten Radfahrer regen sich darüber auf. Autofahrer empfinden es als Großzügigkeit, dass man für Radfahrer einen eigenen Radweg gebaut hat. Sie erwarten, dass Radfahrer diesen auch nutzen. Egal in welchem Zustand er ist. Egal ob er dorthin führt, wo der Radfahrer hin möchte. Radfahrer auf der Fahrbahn werden von vielen Autofahrern geschnitten und genötigt. Ihre Gefährdung wird von Autofahrern oft in Kauf genommen, um diese auf den Radweg zu verweisen.

Doch weshalb wurde die Radwegebenutzungspflicht eingeführt?Weiterlesen…

Die Stadt Nürnberg sorgt für sichere Radwege!

So sieht es aus, wenn die Stadt Nürnberg für Sicherheit sorgt – vielen Dank auch!

Endlich mal ein positives Beispiel – nach all der Nörgelei! Wie dieses Foto beweist, sorgt die Stadt Nürnberg sehr wohl für die Sicherheit auf Radwegen. Dieser neu gebaute Radweg ist zwar noch nicht eröffnet, aber wie zu sehen ist, müssen sich Radfahrer keine Sorgen machen. Wenn sie gegen den Betonpfosten gefahren sind, der mitten auf dem Radweg steht, Weiterlesen…

Ergebnisse des Fahrradklima-Test für Nürnberg

Die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2016 wurden veröffentlicht. Mehr als 120.000 Bundesbürgerinnen und -bürger haben 539 Städte und Gemeinden im Herbst 2016 bewertet. Die Umfrageteilnehmer haben 27 Fragen beantwortet und jeweils eine Wertung nach dem Schulnotensystem vorgenommen. So wurde ermittelt ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob beispielsweise Radwege vor Falschparkern frei gehalten werden und ob sie sich auf dem Fahrrad sicher fühlen.

Wir haben uns die Ergebnisse angesehen und dabei besonderes Augenmerk auf die Bewertung unserer Heimatstadt Nürnberg gelegt.

Der Nürnberger im Allgemeinen und unsere Verkehrsplaner im Besonderen sind ja bekannt für ihre Anstrengungen die sich mit „geht scho“ und „passt scho“ zusammen fassen lassen.

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