…wenn es sein muss – dann demonstriere ich eben

Der Innenminister will es!
Die Polizei will es!
Der OB will es!

Alle scheinen zu wollen, dass ich demonstriere anstatt einfach nur Fahrrad zu fahren.

Also, dann demonstriere ich eben!

Ich habe soeben meine Demo bei der Stadt Nürnberg angemeldet. Ich rechne mit 2 Teilnehmern. Wir fahren am letzten Freitag im August mit dem Fahrrad von Eibach zum Opernhaus. Wir nennen die Veranstaltung KRITISCHE MASSE (das ist eine Anspielung auf mein Körpergewicht).

Bitte fahrt nicht mit, denn ich glaube nicht, dass wir die gleichen politischen Ziele verfolgen. Aber vielleicht wollt ihr ja auch eine eigene Demonstration anmelden?

Die Stadt hat es uns einfach gemacht, meldet eure eigene Demonstration einfach hier an:

https://online-service2.nuernberg.de/intelliform/forms/n/320_oa/320_oa_d_anzeigeversammlung/index

Meine Anfrage bzgl. Umgang mit der Critical Mass an die CSU Stadtratsfraktion in Nürnberg

Heute übersendete ich der CSU-Stadtratsfraktion in Nürnberg meine folgende Anfrage:

Als Nürnberger Bürger nahm ich in der Vergangenheit gerne und regelmäßig an der Aktionsform Critical Mass teil. Ein bunter Haufen friedlicher Menschen jeden Alters und jeder Coleur fährt dabei am letzten Freitag abend im Konvoi mit dem Rad durch Nürnberg.

Die überwiegende Zahl der Teilnehmer beachtete dabei die Regeln der StVo und verhielt sich rücksichtsvoll und freundlich – auch gegenüber Anwohnern und Autofahrern – die zwangsläufig durch die Kolonne mitunter in ihrer Möglichkeit weiterzufahren eingeschränkt wurden.

Die Polizei begleitete diese Aktionsform mit Polizeimotorrädern und Polizeifahrrädern und wies ggf. Autofahrer darauf hin, dass sie erst weiter fahren dürfen, wenn die Kolonne passiert hatte und trug damit zur Sicherheit und Deeskalation bei.

Anders am letzten Freitag.

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Benutzungs­pflich­ti­ger Rad­weg – ohne Winter­dienst?

Ein Radweg ohne Winterdienst in der Radfahrerstadt Nürnberg – ist das möglich? Wo doch alle Nürnberger Oberbürgermeisterkandidaten die „Förderung des Radverkehrs“ ganz oben auf Ihrer Wahlkampfagenda stehen haben. Zwar fragt man sich als Radfahrer, warum der Radverkehr überhaupt gefördert werden soll, genügte es doch völlig, wenn er nicht permanent behindert werden würde, aber solche Haarspaltereien einmal außer Acht gelassen, stößt man im Radfahrer-Alltag immer wieder auf Maßnahmen, die ein ganz anderes Bild vermitteln, als gleichberechtigte Radfahrer. Sie vermitteln den Eindruck, dass Radfahrer von der Verwaltung eher als lästige Begleiter von „richtigem Verkehr“ betrachtet werden. So auch durch dieses Schild, das uns Radfahrern deutlich macht, dass wir gefälligst im Winter zuhause bleiben oder anders als mit dem Rad an unser Ziel kommen sollen.

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Neuer Todes­streifen* für Nürn­bergs Rad­fahrer er­öf­fnet

Morgen ist es soweit: Termingerecht wird in  #Nürnberg ein neuer Radfahrer-Todesstreifen* eröffnet: ein Radstreifen neben berüchtigter eineinhalb-spur-breiter Fahrbahn, auf der Kfz meist zweispurig fahren und dann natürlich KEINEN ausreichenden Abstand zum Radfahrer einhalten (können).

Quelle: Das Video wurde mir freundlicherweise von Nürnberg steigt ab zur Verfügung gestellt.


Gestern fuhr ich auf dem ebenso gestalteten „neuen“ Radstreifen in Nürnbergs Südstadt (von der Minervastraße zur Gibitzenhofstraße) und konnte während der Fahrt überholenden Autos an die Scheiben klopfen. Interessant, dass Autofahrer dann auch noch angepisst reagieren, wenn man ihr Auto beim überholt werden berührt.

Und nein, ich bin zwar groß aber auch meine Arme sind nicht 150 cm lang.


* Der ungeschützte Radweg am Rand einer Fahrbahn heißt in Belgien „Moordstrookje“ also Mordstreifen, was mir doch etwas zu drastisch erscheint, denn weder die verantwortlichen Verkehrsplaner, noch die Autofahrer welche die Verletzung und Tötung der mit zu knappem Abstand überholten Radfahrer in Kauf nehmen, beabsichtigen diese zu ermorden.
Der Begriff Moordstrookje wurde in Belgien zum Wort des Jahres 2018 gewählt.

Ode an eine Unbekannte

Ich kenne dich nicht.
Ich sah dich nur von hinten.
Du fuhrst kurz vor mir an der Ampel an, als diese auf grün umschaltete.
Du bist kleiner.
Du bist jünger.
Dein Rad ist alt:
Sachs Torpedo 3 Gänge.
Ich hab 8.
Ich bin groß.
Ich bin älter.
Ich bin Mann.
Du bist schnell.
So schnell wie ich.
Nur cooler auf deinem alten Rad.

Kein Blut, keine Polizei

Wer in der Stadt auf das Rad als Verkehrsmittel setzt, braucht gute Nerven. Schlechte Verkehrsinfrastruktur und rücksichtslose Autofahrer machen einem das Leben schwer. Dazu kommt, dass viele Regeln Radfahrer unnötig behindern und Radfahrer gegenüber motorisierten Verkehrsteilnehmern benachteiligen. Deshalb liegen auch bei mir manchmal die Nerven blank, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin.

So auch heute auf meinem Nachhauseweg vom Büro. Ich fahre in Nürnbergs Humboldstraße, einer Einbahnstraße (vorschriftsmäßig) entgegen der Fahrtrichtung (für Radfahrer frei) an einer Stelle, an der mehrere Fahrzeuge in zweiter Reihe am Fahrbahnrand parken. Der Verkehr ist zäh fließend und die Autoschlange umfährt die Blockade am Fahrbahnrand – kommt mir also direkt entgegen. „Kein Blut, keine Polizei“ weiterlesen

Netto-Marken-Discount rüstet gesamte LKW Flotte mit Abbiegeassistenten aus

Logo von Netto Marken-Discount
Netto geht mit gutem Beispiel voran.

 

Netto Marken-Discount hat sich entschlossen, bis spätestens 2019 alle LKW seines Eigenfuhrparks mit einem Abbiegeassistenten auszustatten. Bereits seit 2017 wurden alle LKW-Neuanschaffungen mit diesem wichtigen Sicherheitssystem ausgerüstet. Der Lebensmittelhändler investiert mit der Umrüstung seiner LKW-Flotte – mit rund 500 LKW einem der größten LKW-Fuhrparks Deutschlands – nachhaltig in die Verkehrssicherheit. Ziel ist die Vorbeugung von Unfällen mit übersehenen Fußgängern und Radfahrern. „Wir wollen mit diesem wichtigen Schritt mit gutem Beispiel in der Verkehrssicherheit vorangehen und hoffen, dass uns viele andere Marktteilnehmer folgen werden“, so Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount. Mit der internen Selbstverpflichtung für seinen Eigenfuhrpark übernimmt der Lebensmittelhändler gesellschaftliche Verantwortung.

Eine gute Initiative von Netto. Ich hoffe ALDI, Lidl, Rewe, Edeka und andere werden sich nicht lumpen lassen und ebenfalls Abbiegeassistenten für die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern nachrüsten.

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/72216/3972215

(Ein) Lastenrad für Alle – bald überall in Nürnberg?

lastenradfüralle.de ist die Webseite des Bluepingo e.V. auf der man sich kostenlos ein Lastenrad ausleihen kann. Denn probieren macht schlau – und wer weiß schon, wie es sich anfühlt auf einem Lastenrad durch die Gegend zu fahren?
Ich wollte es genau wissen, und nachdem ich vor einiger Zeit schon mal „(Ein) Lastenrad für Alle – bald überall in Nürnberg?“ weiterlesen

Wie lernen Kinder sicher Fahrrad fahren?

Immer mehr Schüler fallen durch die Prüfung zum „Fahrradführerschein“. Woran liegt´s?

Heute berichtete nordbayern.de davon, dass immer mehr Nürnberger Schüler durch die Radfahrprüfung fallen. Diese Prüfung zum sogenannten „Fahrradführerschein“ findet im 4. Schuljahr statt. Zwar hat diese Prüfung keinerlei juristische Bedeutung, aber Schulen, Elternbeiräte und Betreuungseinrichtungen empfehlen Eltern „Wie lernen Kinder sicher Fahrrad fahren?“ weiterlesen

„Schilda“-Maler Ulrich…

Nürnbergs Baureferent Ulrich scheint in seiner Rolle als Spaßvogel aufzugehen. Neulich amüsierte ich mich an dieser Stelle über seine Leistung eine Radwegeunterbrechung in „Shared Space“ umzubenennen.

Legal, Illegal, Scheißegal – so kreativ interpretiert die Verwaltung in Nürnberg die StVO.

Heute lese ich im Nürnberger Stadtanzeiger, dass er sich nun als „Schilda“-Maler betätigt hat und Schilder auf dem Asphalt malen lässt, die es gar nicht gibt. Mag ja sein, dass andernorts in Deutschland die StVO gilt. Hier in Nürnberg anscheinend nicht. Da werden jetzt Schilder auf die Straße gemalt, die auf große Kreativität und geringe Sachkenntnis schließen lassen. Es sind nämlich keine Verkehrszeichen und sie haben somit auch keinerlei rechtliche Auswirkung. Dumm nur, wenn sich ein Verkehrsteilnehmer daran orientiert und es deshalb zu einem Unfall kommt. Denn dann könnten solche Pflastermalereien für die Stadt Nürnberg teuer werden. Aber was soll´s, das zahlt ja der „Schilda“-Maler nicht aus seiner eigenen Tasche.

Herr Ulrich, falls Sie mal wieder pflastermalen wollen, wir haben hier eine Privatstraße auf der sie mit unseren Kindern malen können ohne dadurch den Verkehr zu gefährden.